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Corona in Papua-Neuguinea

Fotos: Silke Zwilling


 

Als Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus hat die Regierung Papua-Neuguineas am 23. März den Notstand ausgerufen: Schulen, Kirchen, Sportstätten und Behörden sind geschlossen, Großveranstaltungen wurden abgesagt und viele Firmen arbeiten mit reduzierter Belegschaft. Der Passagierflugverkehr wurde eingestellt und auch auf den Straßen ist das Passieren von Provinzgrenzen nur mit Sondergenehmigung möglich.

Das Land ist mit seinem ohnehin mangelhaften Gesundheitswesen nicht auf die Epidemie vorbereitet, denn landesweit gibt es nur etwa 30 Intensivpflegebetten – und auch diese nur in den Städten - und auch die Testmöglichkeiten für das Virus sind nicht flächendeckend möglich.

Die Zahl der Corona-Infizierten bewegt sich offiziell im einstelligen Bereich. Die Dunkelziffer wird von vielen (auch von unseren Partnern) als höher eingestuft. Todesfälle sind nicht gemeldet.

Es ist angekündigt, dass die sehr restriktiven Maßnahmen des "Lockdowns" langsam gelockert werden sollen, so dass auch Schulen und Seminare wieder öffnen können. Wir warten auf Nachrichten, wie sich dies auf die Kirchen, Gottesdienste und religiösen Versammlungen auswirken wird.

Vom Staat werden erhöhte hygienische Standards eingefordert. Möglichst sollten sich alle zu Hause aufhalten und nur zu ganz dringenden Besorgungen das Haus und das eigene Grundstück verlassen. Versammlungen und Gottesdienste sind bis auf Weiteres ausgesetzt.

Die Erlaubnis für öffentlichen Personentransport (PMV) ist stark eingeschränkt, besonders über Provinzgrenzen hinweg. In einem Land, wo die wenigsten Personen eigene Fahrzeuge besitzen, bedeutet dies weitestgehend Stillstand der Bewegungsfreiheit über den eigenen Wohnbezirk hinaus. Auch die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs für die Märkte ist hiervon betroffen. Schleppende und ungenügende Informationspolitik der Regierung führt immer stärker zu Missbehagen, Unruhe und Gewalt.

Aufklärungskampagnen zu „Social Distancing“ und Hygiene finden zwar statt, die Umsetzung ist in den Städten jedoch nur schwer zu erzwingen, etwa in Settlements ohne fließend Wasser oder in notorisch überfüllten Bussen.

Besonders bitter ist der „lockdown“ für die vielen, deren Einkommensquellen plötzlich versiegen, zum Beispiel im Transportwesen oder als Händlerinnen auf den vielen Märkten, die alle geschlossen sind. Frustration und Existenzangst haben bereits zu Überfällen auf die wenigen noch betriebenen LKW auf dem Highway und zu Plünderungen von Lebensmittelgeschäften geführt.

Während die Angst vor der Ansteckung für viele recht abstrakt bleibt, ist das Bangen um den sozialen Frieden eine weitaus größere Belastung. Über soziale Medien wird außerdem allerhand Desinformation verbreitet, was die Verunsicherung nur noch verstärkt.

Zur Lage in der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG)

Das Landeskirchenamt (Head Office) in Ampo (Lae) ist geschlossen. Die meisten Mitarbeitenden sind in ihre Heimatdörfer (an den „Ples“) zurückgekehrt und werden auch vor Juni 2020 nicht wieder zurückkommen. Nur das Bischofsbüro und das Büro des Kirchensekretärs sind besetzt. Vereinzelte Mitarbeitende sind über ihre eigenen privaten Kommunikationsmittel zu erreichen. Der Kommunikationskanal der Kirche „Kristen Redio“ arbeitet weiterhin und erreicht die Hörer*innen mit ermutigenden Sendungen, die vor allem Lieder, geistliche Texte, Interviews und praktische Alltagsinformationen bereithalten.

Konkrete finanzielle Anträge der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG) liegen noch nicht vor, nur die allgemeine Situationsbeschreibung, dass die gesamten Einnahmen der Kirche am Schrumpfen sind. Die kirchlichen Gästehäuser sind geschlossen. Es können keine Kollekten gesammelt werden und das neu angeschaffte und im Fährverkehr eingesetzte Schiff „Yalibu“ liegt im Hafen. Dies kann auch zur Verzögerung bzw. zur Nichtauszahlung von Gehältern kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen.

Das Bündnis der Überseepartner (LOPC) berät über mögliche Hilfen. Die Lutherische Kirche von Australien ist im Gespräch mit ihrem Entwicklungsdienst AussieAid. Hier kann es sicher schnelle Hilfen geben. Wichtig ist, diejenigen nicht aus dem Blick zu verlieren, die weit ab leben und keine umfangreichen Anträge stellen bzw. im Moment nicht kommunizieren können. Da sind wir auf die Nachrichten der Kirche angewiesen.

Erschwerend kommen in manchen Gegenden, wie der Provinz Südliches Hochland, die Schweinepest und Tribal Fights hinzu.

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