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Corona in Tamil Nadu

Noch immer ist Indien von der Corona-Pandemie hart getroffen - doch mittlerweile sinkt die Zahl der Neuinfektionen wieder. Nach den Gesundheitsbehörden Indiens ging die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den letzten Tagen stetig nach unten. Für den 12. Juni werden 80.000 Fälle gemeldet (7 Tage Inzidenz: 90). Die Tendenz ist weiter fallend. In der Metropolregion Delhi, die sich seit 19. April im Lockdown befindet, können wieder Märkte und Einkaufszentren öffnen. Allerdings darf die Metro nur mit der Hälfte ihrer Sitzplatzkapazität fahren. Auch Büros könnten mit der Hälfte ihrer Belegschaft wieder öffnen. Deutsche Nachrichtenagenturen berichten ähnliches.[1]

Die internationale Gemeinschaft hatte in der Zeit rapide steigender Infektionszahlen mit dem Aufbau von Sauerstoff-Bereitstellungsanlagen für die Schwerstkranken sowie mit medizinischen Teams geholfen. Auch Deutschland war und ist noch beteiligt. Die sächsische Landeskirche beteiligt sich gemeinsam mit der Diakonie/Katastrophenhilfe an einem Hilfsprogramm, um die für viele Familien einschneidenden finanziellen und sozialen Folgen der Pandemie abzufedern. Das Missionswerk Leipzig ist mit der TELC über geeignete Hilfsprogramme im Gespräch und leitet Katastrophenspenden weiter. Hier geht es besonders um die Unterstützung von Familien, die durch Covid-19 direkt betroffen sind. Tote sind zu beklagen. Der Verdiener in der Familie ist krank geworden. Medikamentenkosten können aus eigener Kraft nicht bezahlt werden.

Die indische Regierung verspricht nun, kostenlosen Impfstoff für Bürger:innen ab 18 Jahren zur Verfügung zu stellen. „Die Impfung ist der Wendepunkt“, so hofft man. Doch müssen immer wieder Impfzentren wegen mangelnder Versorgung schließen. Kritisiert werden die unterschiedlichen Einkaufspreise für Impfstoffe im nationalen, bundesstaatlichen oder privaten Gesundheitssystemen. Derzeit liegt die landesweite Impfrate der Bevölkerung bei 13 Prozent. Auch in Indien gibt es Impf­skepsis unter der Bevölkerung. Die Tamil-Evangelisch-Lutherische Kirche (TELC), sowie weitere Kirchen, ermutigen in ihren Verlautbarungen zu Impfungen und tragen damit zur Impfbereitschaft unter der Bevölkerung bei.

Die DalitSolidarität in Deutschland (DSiD) beurteilt die Impfsituation in Indien wie folgt: „Die Zahlen der Covid-Infektionen in Indien nehmen zwar ab, sind aber immer noch sehr hoch. Expert*innen betonen immer wieder, wie wichtig weltweite Impfung ist, um die Covid-Kurve abzuflachen. Laut indischer Regierung nimmt die Anzahl der Impfstoffe zwar zu, doch Impfungerechtigkeit ist noch weit verbreitet und steigt an, wie die ständigen Engpässe in vielen Bundesstaaten zeigen, allen voran Delhi. Die dortige Regierung ist nun dazu übergegangen, täglich Impfstoff-Berichte zu veröffentlichen. Demnach stünden einige Impfstoffe für die Zweitimpfung nicht mehr zur Verfügung, geschweige denn für Jugendliche. An privaten Top-Krankenhäusern der Hauptstadtregion herrscht kein Mangel. Berichten zufolge sind Impfstoffe erhältlich, natürlich zu einem hohen Preis. Laut eines Berichtes des Indian Express kauften ‚Neun private Krankenhausgruppen 6 Millionen der insgesamt 12 Millionen Dosen Impfstoff.‘[2]

Viele Menschen in Indien sind durch die Pandemie-Situation und die daraus folgenden Maßnahmen überfordert. Mercy Rethna, eine ehemalige Freiwillige des LMW, schreibt zur aktuellen Situation: „Ich lebe in Südindien im Bundesstaat Tamil Nadu in Tiruchirappalli. Bis April war Tamil Nadu bei den Corona-Infektionen in Indien auf Platz 8. Jetzt stehen wir an erster Stelle. Meine Stadt ist rot markiert! Aber die Sperrung hilft, die Zahlen zu reduzieren. Wir hoffen und beten, dass es besser wird und sich die Situation sehr schnell ändert. […] Und nun kommt noch eine weitere Katastrophe! Mukormykose oder schwarzer Pilz! Eine potenziell schwerwiegende Erkrankung, die verschwommenes oder doppeltes Sehen, Brustschmerzen und Atembeschwerden verursacht, ist in Indien vor allem bei den Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben, gestiegen. Glücklicherweise ist dies keine übertragbare Krankheit, aber bis 21. Mai wurden fast 9.000 Fälle für diese seltene Krankheit gemeldet![3]

Der erwähnte "Schwarze Pilz" tritt als Komplikation bei Covid-19-Patienten auf, löst schwere Beschwerden aus und ist oft tödlich. Eigentlich ist die Krankheit selten. Doch während der Corona-Pandemie kommt sie nun tausendfach in Indien vor. Mehrere Bundesstaaten haben den "Schwarzen Pilz" bereits zur Epidemie erklärt. Mehrere Städte, darunter auch die Hauptstadt Neu-Delhi, haben spezielle Krankenhausabteilungen für die wachsende Zahl von Mukormykose-Patienten eingerichtet.

Aus der Partnerkirche TELC wird von Lockerungen berichtet. Kirchen durften allerdings noch nicht wieder öffnen. Seelsorge erfolgt über digitale Medien und telefonischen Kontakt. Die kirchliche Verwaltung beginnt schrittweise wieder zu arbeiten. Die Kinderheime sind nach wie vor geschlossen. Die betroffenen Kinder und ihre Familien erhalten Unterstützung für die alltägliche Versorgung.

 


[1]  https://www.taz.de/!5776763

[2]  https://indianexpress.com/article/india/covid-vaccine-doses-private-hospitals-coronavirus-cases-7344769/

[3] Vollständiger Artikel: https://www.sonntag-sachsen.de (Ausgabe Nr. 24/13. Juni 2021)

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