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Corona in Tansania

Fotos: Isaria Megiroo und Rev. Mathayo Mtui


 

Unter der neuen Präsidentin Samia Suluhu Hassan hat Tansania eine Kehrtwende in der Corona-Politik vollzogen. Ihr Amtsvorgänger John Magufuli, der Mitte März plötzlich verstorben war, hatte die Gefahr durch das Corona-Virus lange verharmlost und auch Impfungen abgelehnt. Die Präsidentin hatte im April zunächst eine Experten-Kommission eingesetzt, die auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnis Vorschläge für den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie erarbeiten sollte. Zu den Vorschlägen der Kommission, die der Regierung am 17. Mai vorgelegt wurden, gehörte dann u.a. die Empfehlung der internationalen COVAX-Initiative der WHO beizutreten, um eine Impfkampagne in Tansania vorzubereiten. Dieser Schritt wurde nach dem Bericht internationaler Medien[1] Mitte Juni tatsächlich vollzogen.

Mitte Juli wurde mit der Impfkampagne in Tansania begonnen. Ende Juli erhielt Tansania über COVAX eine Lieferung von 1 Million Impfdosen. Weitere 11 Millionen Dosen sind bestellt, mit denen etwa 20 Prozent der Bevölkerung geimpft werden könnte. Am 28. Juli wurde die Impfung der Präsidentin live im tansanischen Fernsehen übertragen, um auch die Bevölkerung zu motivieren, sich impfen zu lassen. Denn innerhalb der tansanischen Bevölkerung gibt es große Vorbehalte gegenüber dem Impfen. Diese sind einerseits begründet in den ablehnenden Äußerungen des verstorbenen Präsidenten Magufuli, der weiterhin in großen Teilen der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt, andererseits werden diese Vorbehalte befeuert durch über soziale Medien verbreitete Kampagnen von ausgesprochenen Impfgegnern wie dem sehr populären evangelikalen Bischof Gwajima (Glory of Christ Tanzanian Church), der zugleich Parlamentsabgeordneter der Regierungspartei CCM ist. Laut Bischof Gwajima würden die Impfungen Menschen entweder töten oder in ‚Zombies‘ verwandeln, die von Computern ferngesteuert werden können.[2]

Laut Angaben der WHO befinden sich viele Länder des afrikanischen Kontinents seit Ende Juni in einer dritten Welle der Corona-Pandemie.[3] Auch aus Tansania wurde von einem neuerlichen Anstieg der Corona-Infektionen berichtet.[4]

Das kirchliche Krankenhaus KCMC in Moshi musste am 23. Juli den Notstand ausrufen, weil die vorhandenen Sauerstoffzylinder zur Behandlung von COVID-19 Patienten nicht mehr ausreichten.[5] Am selben Tag verbot die Regierung „alle nicht notwendigen Veranstaltungen“ in Tansania.

 


[1]https://www.bbc.com/news/57641824; https://www.dw.com/de/tansania-kehrtwende-in-der-coronapolitik/a-58674026

[2]https://www.thecitizen.co.tz/tanzania/oped/what-s-the-motive-behind-gwajima-s-anti-jabs-agenda--3490750

[3]https://afrocoms.newsweaver.com/1rz5qc4oi8/imj9z0y2kyw?lang=en

[4]https://www.nzz.ch/international/am-naechsten-tag-sind-schon-viele-tot-was-in-tansania-dem-land-das-corona-leugnete-wirklich-los-ist-ld.1637084

[5]https://www.thecitizen.co.tz/tanzania/news/kcmc-overwhelmed-by-patients-in-need-of-oxygen-cylinders-3483548

 

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