Das Missionswerk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

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    Rassismus

An jedem letzten Donnerstag im Monat lädt die Plattform "Kirche und Rassismus" zu einer Online-Werkstatt ein. Zur Anmeldung geht es hier entlang: eveeno.com/117285297.

Die protestantische Missionsbewegung war mit ihrem Ursprung in Europa eng verknüpft mit dem Kolonialismus und dem Imperialismus. Deshalb wird die Missionsarbeit auch innerkirchlich häufig als ambivalentes historisches Beispiel für Rassismus angesehen. Durch die Reproduktion von rassistischen Stereotypen in Missionszeitschriften, Vorträgen etc. gilt sie auch als eine Ursache für den bis heute existenten Rassismus in den Kirchen Europas.

Mit dem Erstarken des Pietismus mit seiner auf das individuelle Handeln jedes Einzelnen ausgerichteten Frömmigkeit erlebte der Missionsgedanke Ende des 17. Jahrhunderts einen Aufschwung. Ab dem Ende des 18. Jahrhundert gründeten Privatleute – unabhängig und durchaus kritisch betrachtet von den Kirchenleitungen – vermehrt sogenannte Missionsgesellschaften. Unterschieden wurde damals zwischen Natur- und Kulturvölkern. Diese Ansicht war weit verbreitet, ist aber heute freilich unhaltbar. Die „Naturvölker“ wurden häufig romantisch geprägt als "ursprünglich" verklärt. Einerseits spricht aus den Schilderungen die überzeugte Überlegenheit der westlichen Zivilisation, insbesondere auf technischem und medizinischen Gebiet. Andererseits folgte daraus der Versuch, diese „Ursprünglichkeit“ vor der Verderbtheit des Westens zu bewahren.

Im Grundlagenwerk des Theologieprofessors Gustav Warneck „Abriss einer Geschichte der protestantischen Weltmission von der Reformation bis auf die Gegenwart“ von 1909 ist zu lesen: „Wie die Menschen a l l e ohne Unterschied verloren gehen müßten, wenn sie sich selbst überlassen blieben, so sollen sie a l l e ohne Unterschied gerettet werden, nachdem Jesus sich selbst gegeben hat für a l l e zur Erlösung. In diesem Evangelio liegt die Kraft Gottes zur Errettung für j e d e n, er sei Jude oder Grieche, Weißer oder Unweißer, Mann oder Weib, Freier oder Knecht“ (Warneck, 1909: S. 3). Auch wenn die Verkündigung allen Menschen gleich gelten sollte „ohne Unterschied der Nationalität“ (ebd.), so spiegelt dieses Zitat eine aus heutiger Sicht rassistische Grundhaltung wieder: Der Gegensatz „Weißer oder Unweißer“ manifestiert die Unterscheidung der Menschen anhand ihrer Hautfarben.

Das heutige Missionsverständnis ist geprägt von der Idee einer weltweiten Kirche nach dem Grundsatz der Gleichrangigkeit und Gegenseitigkeit. Dass weiterhin rassistisch gehandelt wird, steht leider außer Frage. Die Sensibilität für dieses Thema und die Bereitschaft, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, haben in den vergangenen Jahren jedoch zugenommen.

Als Leipziger Missionswerk engagieren wir uns im Bündnis gegen Rassismus und der Plattform "Kirche und Rassismus" der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

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