Welche Bedeutung hat „Partnerschaft“ für die Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche (TELC)? Darüber sprach Bischof Dr. Christoph Samraj bei seinem Besuch vom 28. Juni bis 1. Juli. Das Thema wird 2027 den inhaltlichen Schwerpunkt im Leipziger Missionswerk bilden.
In der südindischen Sprache Tamil ginge der Begriff ‚Partnerschaft‘ auf familiäre Beziehungen zurück, erklärte Samraj. „Wir sind Geschwister im Glauben“, sagte der Bischof. Gerade in der aktuellen politischen Situation brauche die Kirche in Indien ihre weltweite Gemeinschaft. Dabei gehe es nicht zuerst um finanzielle Unterstützung, sondern um gegenseitiges Interesse, regelmäßigen Austausch und das Gebet füreinander. Die digitalen Möglichkeiten sollten dafür stärker genutzt werden.
Zugleich berichtete Samraj von einer lebendigen Entwicklung der TELC. In den vergangenen drei Jahren wurden 66 neue Kirchen eingeweiht. Die Frauenarbeit unter der Leitung von Pfarrerin Kirubalatha Anand als Generalsekretärin und Dr. Esther Samraj als Präsidentin wächst ebenso wie die Jugendarbeit: Inzwischen gibt es in 75 Gemeinden aktive Jugendgruppen. Das Ziegenbalg Missionary Movement begleitet derzeit 58 Missionarinnen und Missionare, die nach ihrer Ausbildung in Tranquebar in verschiedenen Regionen Indiens tätig sind. Trotz der Herausforderungen und Gefahren ihres Dienstes leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Ausbreitung des christlichen Glaubens. Ergänzt wird diese Arbeit durch das Board of Evangelism, Revival and Communication, das ehrenamtliche Evangelistinnen und Evangelisten ausbildet.
Im Juli wurde eine neue Kirchenleitung gewählt. Das Leitungsgremium besteht aus acht von der Landessynode gewählten Mitgliedern sowie dem Bischof, davon drei Ordinierte und fünf Laien. Die Ergebnisse waren zum Redaktionsschluss noch nicht bekannt. 
Zudem plant die Kirche, ihre vier Regionen künftig nach dem Vorbild der tansanischen Kirche ELCT als Diözesen mit Regionalbischöfen zu organisieren.
Die Verbindung zum Leipziger Missionswerk bezeichnete Samraj als gewachsene Gemeinschaft, die auch schwierige Zeiten überdauere. Auf die Frage nach einem passenden Bild für die Beziehung zwischen beiden Kirchen antwortete er: „Wir sind eine Familie.“