Wieso spricht man bei einem Weltwärtsfreiwilligendienst von einem “entwicklungspolitischen Freiwilligendienst”? Was bedeutet "Entwicklung" überhaupt? Und was sind die SDGs? Wie ist unsere wirtschaftliche Weltordnung über die Jahrhunderte eigentlich entstanden? Was ist die Gefahr einer “Single Story”? Und wieso ist es für internationale Freiwillige wichtig, sich damit auseinanderzusetzen?
All diese und noch weitaus mehr Fragen konnten sich unsere Freiwilligen am vergangenen Wochenende stellen. Und wie es häufig so ist: Sobald man eine Antwort auf eine dieser Fragen gefunden hat, ergeben sich plötzlich viele weitere Fragen, die man sich vorher noch gar nicht gestellt hatte.
Das entwicklungspoltische Vorbereitungsseminar gehört zu unseren wichtigsten Seminaren, bevor die Freiwilligen in ihre Dienste starten. Während internationale Kurzzeitdienste und sogenannter “Voluntourismus” zurecht viel in der Kritik stehen, weil Freiwillige dort oft nur unzureichend auf ihre Dienste im Ausland vorbereitet werden, versuchen wir mit unserer intensiven Vorbereitung eine verantwortungsvolle Grundlage für die Dienste unserer Freiwilligen zu schaffen. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit Fragen nach globalen und historischen Zusammenhängen, die begründen, wie unsere Welt heute funktioniert, welche Machthierarchien es gibt und woher die Ungerechtigkeiten kommen, mit denen wir uns heute auseinandersetzen müssen, wenn wir von “Globalem Norden” und “Globalem Süden” sprechen.
Auch wenn diese Themen durchaus herausfordernd sind und viele unserer Freiwilligen tief berühren, sind sie eine wichtige Grundlage dafür, dass die Freiwilligen in ihren Einsatzländern reflektiert mit ihrer eigenen Rolle und achtsam mit ihrem Umfeld umgehen können.
Natürlich sind diese Themen mit dem Entwicklungspolitischen Seminar noch nicht abgeschlossen. Bereits Ende Juni treffen wir uns mit den Freiwilligen erneut, um an einige Fragesellungen anzuknüpfen und dann auch die eigene Biografie der Freiwilligen mit einzubeziehen. Wir freuen uns schon darauf!

