Mit einem Festwochenende vom 24. bis 26. April 2026 blickte die älteste evangelische Frauenarbeit Deutschlands auf ihre bewegte Geschichte zurück – und zugleich nach vorn. Zum Jubiläum „175 Jahre Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk“ wurde in Leipzig ein eindrucksvolles Zeichen für gelebte Solidarität, internationale Vernetzung und die nachhaltige Gestaltung kirchlicher Arbeit gesetzt.
Was 1851 in Berlin als Initiative engagierter Christinnen begann, entwickelte sich aus kleinen Frauenvereinen zu einer weltweiten Bewegung. In einer Zeit, in der Frauen im kirchlichen Leben kaum Mitsprache hatten, schufen sie sich eigene Räume für Engagement und Verantwortung. Heute ist die Frauenarbeit ein selbstständiger Teil des Gustav-Adolf-Werkes und setzt sich insbesondere für die Vernetzung und Stärkung von Frauen in den Partnerkirchen weltweit ein.
Unter dem Motto „Vielfältig und vernetzt“ kamen Gäste aus Deutschland sowie aus internationalen Partnerkirchen – unter anderem aus Chile, Brasilien, Slowenien oder der Slowakei – zusammen. Die Feierlichkeiten machten deutlich, dass die Frauenarbeit seit 175 Jahren von Kreativität, diakonischem Engagement und einem wachen Blick für die Notlagen von Menschen in der Diaspora geprägt ist.
Im Rahmen dieses besonderen Jubiläums richtete LMW-Direktorin Annette Kalettka ein dreifaches Grußwort aus. Sie sprach nicht nur im Namen des Leipziger Missionswerkes, sondern auch als Vertreterin des bundesweiten Theologinnenkonvents und als Vorsitzende des Beirates der Frauenarbeit der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens. Dabei würdigte sie die lange Tradition theologischer Reflexion und weiblicher Gestaltungskraft in Kirche und Mission. Zugleich betonte sie die Bedeutung von Vernetzung, gegenseitiger Stärkung und gemeinsamer Verantwortung – gerade in einer Zeit globaler Herausforderungen.
Eine Person, die beide Werke verbindet, ist Olga von Stieglitz (1866–1944). Sie war nicht nur von 1930 bis 1932 die erste Vorsitzende der Frauenarbeit des GAW, sie war auch eine prägende Persönlichkeit der Frauenmissionsarbeit. Als Leiterin des Sächsischen Frauenmissionsbundes organisierte sie das 175-jährige Jubiläum der Leipziger Mission 1936 maßgeblich mit.
Das Jubiläum „175 Jahre Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk“ steht für „175 Jahre Hoffnung und Handeln“: für mutige Anfänge, kontinuierliches Engagement und eine Zukunft, in der Frauen weiterhin Kirche und Gesellschaft prägen.
Bild: links: Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragt der EVLKS, rechts: Direktorin Annette Kalettka
