Unter dem Jahresthema „SPRACHE – MACHT – VIELFALT“ lädt das Leipziger Missionswerk ein, die faszinierende Welt der Sprache zu entdecken und ihre Bedeutung für Kultur, Identität und Glauben zu erforschen. Sprache ist nicht nur ein Mittel der Kommunikation – sie ist ein Schlüssel zur Vielfalt und ein mächtiges Werkzeug, das Kulturen bewahren, aber auch beeinflussen kann.

In der ersten Ausgabe 2026 erwarten Sie Beiträge von unseren Autorinnen und Autoren, die das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten:

  • Annette Kalettka, Direktorin des Leipziger Missionswerks, betont: „Sprache ist gebunden an Vertrauen und an Verantwortung. Ein erstes Machtverhältnis entsteht. Die Person, die uns eine Erstsprache vermittelt, verknüpft die Realität bewusst oder unbewusst mit einem Sinn. Sie hat eine Deutungshoheit.“ In ihrem Artikel zeigt sie, wie Sprache Kulturen bewahrt, Glauben vermittelt und Verantwortung trägt – und warum eine machtsensible, inklusive Sprache heute wichtiger ist denn je.
  • Anna Mehlhorn, Koordinatorin des Freiwilligennetzwerks, teilt die Ergebnisse ihrer Masterarbeit und beleuchtet, wie postkoloniale Strukturen die Wahrnehmung von Sprachen beeinflussen. Sie schreibt: „Offensichtlich lässt sich die (Ab-)Wertung von Sprache und Sprecher*innicht voneinander trennen. Umso wichtiger, das Thema mit kritischem Blick im Auge zu behalten.
  • Helene Eberle, ehemalige Freiwillige in Argentinien, berichtet von ihren Erfahrungen an einer bilingualen Schule der Mbya Guaraní und betont: „Sprache ist so unglaublich wertvoll, da sie dazu beiträgt, Kulturen am Leben zu erhalten, die ohnehin schon sehr beeinträchtigt wurden durch Kolonialisierung.“ Ihre Erlebnisse zeigen, wie Sprache über Bildungschancen, kulturelles Überleben und Selbstbestimmung entscheidet.
  • Antje Lanzendorf gibt einen faszinierenden Einblick in die sprachwissenschaftliche Arbeit der Missionare des Leipziger Missionswerks. Sie erzählt von Emil Müller, der ein Wörterbuch der Djaga-Sprache am Kilimanjaro verfasste, und von Leonhard Blumer, der die Schriftsprache der Massai mit einer Fibel und einem Katechismus begründete.
  • Hartmut Andres berichtet über die Wachswalzenaufnahmen von Elisabeth Seesemann, die vor über 100 Jahren Lieder der Wachagga am Kilimanjaro dokumentierte. „Diese Sammlung gibt einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben der damaligen Bevölkerung – der einfachen Leute – und in die Bedeutung von Liedern für das Leben in der Gemeinschaft.“ Heute werden diese Aufnahmen digitalisiert und gemeinsam mit den Herkunftsgesellschaften erforscht.
  • Christian Weber beschreibt das außergewöhnliche Titelbild der Ausgabe, das Gemälde „The Empty Tomb“ der indischen Künstlerin Asma Menon. Er schreibt: „Ein bemerkenswertes Kunstwerk, das die Kalligrafie der islamischen Kunst mit der figürlichen Darstellung der christlichen Kunst kombiniert. Eine Zusammenschau von Geburt und Tod Jesu, von Weihnachten und Ostern, von Kapitel 1 und 20 des Johannesevangeliums.“

Diese Ausgabe ist eine Einladung, die Macht und Vielfalt der Sprache zu entdecken und zu verstehen, wie sie unsere Welt prägt und verändert. Lassen Sie sich inspirieren und begleiten Sie uns durch ein Jahr voller spannender Erkenntnisse und Begegnungen.

Lesen Sie die neue Ausgabe von „KIRCHE weltweit“ auch mobil in der MissionspresseAPP oder unter www.missionspresse.de.

Wir freuen uns auf Ihre Gedanken und Rückmeldungen!