Die Finanzierung von Internationalen Freiwilligendiensten steht auf dem Spiel.
Schon in diesem Jahr ist das Programm “weltwärts” durch Kürzungen im Haushalt des BMZ um 8% geschrumpft. Weitere 6-7% stehen 2027 bevor.
Für die Praxis internationaler Freiwilligenprogramme haben diese Kürzungen verheerende Auswirkungen: Freiwilligeplätze müssen gestrichen werden, dadurch verlieren Entsendeorganisationen Planungssicherheit und wichtige finanzielle Mittel, sodass sich insbesondere kleine Organisationen vermehrt aus den Programmen zurückziehen und ihre Freiwilligendienste einstellen. Dadurch wiederum werden ganzen Strukturen geschwächt: Projekte verlieren eine wichtige Unterstützung und Partnerschaften bleiben auf der Strecke.
Und außerdem: Jungen Menschen wird die Chance genommen, sich zu engagieren - für inter- und transnationale Begegnung, für globales Lernen und für eine Gesellschaft in Deutschland, die in diesen Zeiten Resilienz, Offenheit und Expertise im Umgang mit unterschiedlichen kulturellen Kontexten benötigt. Eigentlich, ja eigentlich müssten die finanziellen Mittel für internationales Engagement gerade heute nicht gekürzt, sondern erhöht werden.
Beim Fachgespräch “Global engagiert: Freiwilligendienste stärken”, das am 21.09. durch die Partei “Die Grünen” im Bundestag organisiert wurde, wurden genau diese Töne laut, auch wenn im Moment ganz nüchtern im Fordergrund steht, allein die geplanten Kürzungen zu stoppen. In einem ca. zweistündigen Gespräch kamen hierzu verschiedene Expert:innen zu Wort: Sabine Klingert (Referentin für Freiwilligendienste, Berliner Missionswerk), Lunyamadzo Ngwembele (Lutheran Junior Seminary, Tansania), Edmérçio Quiteria Ricardo (weltwärts-Alumni) und Johannes Zerger (Geschäftsführer ijgd Berlin/Brandenburg). Organisiert und begleitet wurde dieses Gespräch von Claudia Roth MdB (Entwicklungspolitische Sprecherin, Bündnis 90/Die Grünen) und Nyke Slawik MdB (Obfrau im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend).
Deutlich wurde in diesem Gespräch: Das Engagement der Grünen als Oppositionspartei alleine wird nicht ausreichen, um geplante Kürzungen zu stoppen. Nur durch den wachsenden Druck einer engagierten Zivilgesellschaft haben entsprechende Anträge im Bundestag eine Chance. Auch deshalb sind wir sehr dankbar, dass zu dem Fachgespräch über 100 Teilnehmende erschienen sind, um mit ihrer Präsenz zu zeigen, wie wichtig dieses Thema ist. Unter den Teilnehmenden waren neben unserem Outgoing-Freiwilligenreferenten Philemon Ender auch verschiedene ehemalige Freiwillige des Leipziger Missionswerkes in Präsenz und auch digital anwesend.
Und auch abseits des Fachgespräches bemühen sich Freiwilligenverbände darum, unsere Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Sie möchten uns gerne dabei unterstützen? Dann unterstütze das Bundesforum FIJ mit deiner Geschichte und auch gerne mit deiner Reichweite in den Sozialen Medien.
Bildbeschreibungen:
Bild 1: v.l.n.r Philemon Ender (Referent “Outgoing” des LMW), Malika Schmidt (Ehemalige Freiwillige, Tansania, 25-26), Anna Jung (Ehemalige Freiwillige, Paraguay, 25-26), Franka Bode (Ehemalige Freiwillige, Argentinien, 25-26)
Bild 2: Postkartenkampagne der Partei Bündnis 90/Die Grünen zur Stärkung internationaler Freiwilligendienste
Bild 3: Fachgespräch im Fraktionssaal der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Im Bild v.l.n.r. Claudia Roth, Sabine Klingert, Edmérçio Quiteria Ricardo. Digital zugeschaltet: Lunyamadzo Ngwembele.
Bild 4: Im Gespräch im Anschluss an das Fachgespräch: Die ehemaligen LMW-Freiwilligen Anna Jung und Franka Bode mit Claudia Roth MdB.



